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Katrin's Zeichenblog

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Fabriano Disegno 4 Papier

Auf der Suche nach dem optimalen Papier für meine Polychromos Farbstifte bin ich durch einen Testbericht auf Farbensammler.de auf das Disegno 4 Papier von Fabriano gestoßen:

Das Papier hat eine sehr glatte Oberfläche und sieht mit seiner Prägung am unteren rechten Rand schon wirklich edel aus. Allerdings stört die Prägung (ca. 3cm x 2cm groß), wenn man die volle Fläche des Papiers nutzen möchte. Hier bin ich leicht mit einem HB Bleistift über die Prägung drüber gegangen:
disegno4_001Nun gut, dann nutze ich eben nicht die ganze Fläche, ich lasse sowieso gerne einen Rand, dann ist er eben auf diesem Papier größer. Also packe ich mir meine Stifte aus und versuche mich an einer Schneeglöckchenzeichnung. Beim Füllen des Hintergrundes merke ich, wie schwer es mir fällt, eine gleichmäßige Schraffur auf das Blatt zu bekommen. Ich fange mit einem hellen Grünton an und schraffiere mit kurzen Strichen ohne viel Druck – es sollen ja noch andere Farbschichten drüber kommen. Als nächstes nehme ich einen mittleren Kaltgrauton und versuche einige dunklere Akzente zu setzen, die ich mit einem dunklen Blauton vertiefen möchte. Dann gehe ich wie gewohnt mit einem hellen Kaltgrau feste über die Fabrschichten drüber, um diese zu verblenden. Gar nicht so einfach bei einem so glatten Papier – hier werde ich wohl eine andere Strategie benötigen – mit dem Ergebnis bin ich gar nicht zufrieden. Auch ein drüberwischen nutzt nichts und selbst mein Wundermittel Zest-it kann die Schichten nicht so verblenden, wie ich es gerne hätte:
disegno4_002


Trotz allem lassen sich die Farben schon wirklich gut mischen, wie der folgende Test zeigt: (mehr …)

Zeichnen mit Raster

Vorurteile gegenüber der Verwendung eines Rasters gibt es einige. Oftmals hört man „Rastern ist wie Malen nach Zahlen“ oder „da kann man ja gleich abpausen“. Bevor man solche Sprüche klopft, sollte man es aber wenigstens selber ausprobiert haben, zum Schluss empfindet man es eben doch ganz anders 😉 So ein Raster bietet schon so einige Vorteile:

  • Proportionen können leichter und genauer übertragen werden
  • man kann sich besser auf die Details konzentrieren ohne den Überblick zu verlieren
  • man kann sich die Zeichnung sehr gut in kleine Abschnitte einteilen

Was braucht man alles für das Zeichnen mit Raster?

  • radierfestes Papier
  • einen schmierfreien Radierer
  • einen harten Bleistift (2H-HB)
  • am Anfang sehr viel Geduld

 

Ziel des Rasterns ist es, die Vorlage so genau wie möglich auf das Zeichenblatt zu übertragen.  Dazu brauche ich das Raster auf meiner Vorlage und auch auf meinem Zeichenblatt. Dabei muss man beachten, dass auf der Vorlage genausoviele Kästchen wie auf dem Zeichenblatt sind. Die Linien müssen genau abgemessen werden, da jede kleine Abweichnung sonst auch auf die Zeichnung übertragen wird.
Um den Überblick zu bewahren, ist es sehr hilfreich, die Zeilen und Spalten zu nummerieren.

rastern_03rastern_01

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Berechnung für die Kästchengröße gilt: Seitenlänge durch Anzahl der Kästchen = Größe der Kästchen.
z.Bsp.
Ich möchte eine DIN A5 (14,8cm x 21cm) Vorlage auf ein DIN A4 (21cm x 29,7cm) Blatt übertragen. Auf meiner Vorlage habe ich die Kästchen 1cm x 1cm groß gezeichnet, auf dem Zeichenblatt müssen nun genauso viel Kästchen eingezeichnet werden. Für die Berechnung nehme ich die kurze Seite:
Länge der Seite meines Zeichenblatts (21cm), Anzahl der Kästchen auf der Vorlage (14,8).
Rechnung: 21cm / 14,8 = 1,4cm, also muss ich auf meinem Blatt die Linien im Abstand von 1,4 cm einzeichnen.

Nachdem das Raster auf beiden Blättern eingezeichnet ist, fange ich an, die Konturen zu übertragen. Hier orientiere ich mich an den Rasterlinien und schaue, wo eine Kontur eine Rasterlinie überschneidet oder berührt.
rastern_02 (mehr …)

Radierer

Radierer können ein sehr wichtiges Hilfsmittel sein, einerseits kann man einige Fehler damit korrigieren andererseits kann man Radierer auch für das Erzeugen von Highlights gezielt einsetzen.
Hier möchte ich euch die Radierer vorstellen, die ich selber benutze:

 

  1. Staedtler Mars Plastic: für sehr grobe Korrekturen von Vorskizzen oder Linien, die mit einem harten Bleistift ohne Druck gezeichnet wurden. Auch für das Radieren von Rasterlinien gut geeignet. Hier sollte man allerdings darauf achten, dass bei der Benutzung von dünnem Papier es schnell Knicke geben kann
  2. Staedtler Mars Plastik Radierer in Stiftform: für feinere Korrekturen von Vorskizzen oder Linien, die mit einem harten Bleistift ohne Druck gezeichnet wurden. Auch für das Radieren von Rasterlinien gut geeignet. Auch hier besteht die Gefahr von Knicken im Papier.
  3. Faber Castell Perfection 7056 und 7058: für feine Korrekturen an „engen“ bzw. sensiblen Stellen. Bei dem roten Perfection Radierer (7056) musste ich allerdings schon feststellen, dass Rückstände, die man nicht sofort sieht, zurückbleiben können, sichtbar werden diese dann unter Umständen, wenn man leicht drüber wischt. Diesen Stift setze ich gerne für Highlights und Lichtreflexe in den Haaren ein, die nicht ganz so fein sein müssen.
    Der weiße Radierstift (5058) ist sehr hart und kann die Struktur des Papiers verändern, dafür bekommt man aber auch Buntstifte halbwegs wegradiert. Bei sensiblen Papiersorten wie das Hahnemühle Skizze Aniversary würde ich diesen Radierer jedoch nicht empfehlen.
  4. Tombow Mono Zero: ein Radierstift für ganz feine Linien. Radiert man mit der Kante des Stiftes, kann man sogar einzelne Haare herausradieren – vorausgesetzt, es wurde beim Zeichnen nicht zu doll aufgedrückt. Auch Rasterlinien an sensiblen Stellen lassen sich damit leicht radieren.
  5. Faber Castell Knetradierer: dieser Radierer ist speziell – für Korrekturen von Linien nicht zu empfehlen aber unheimlich hilfreich, wenn es beim Schattieren zu dunkel geworden ist. Man kann großflächig aufhellen ohne dass etwas verschmiert, man kann Effekte wie Wolkenstrukturen, Nebel oder Rauch erzielen. Den Radierer kann man so formen, wie man ihn gerade braucht: ganz spitz oder flach, etc.. Zum Reinigen knetet man den Radierer einfach durch. Ich mache mir meistens ein kleines Stückchen ab und forme es mir so, wie ich es gerade brauche. Auch hiermit kann man gut Highlights und Lichtreflexe in den Haaren setzen.
  6. Derwent E-Radierer: ein Batteriebetriebener Radierer. Ich benutze diesen Hauptsächlich, wenn ich meine Ränder weider glatt haben möchte oder wenn ich mich mal richtig verhauen habe und mit meinen anderen Radierern nicht mehr korrigieren kann.

 

Die Radierrückstände fegt man am besten mit einem Zeichenbesen weg:

 

Und zum Schluss noch eine Anmerkung: die Materialfrage ist immer eine ganz individuelle Sache, wenn man das für sich am besten geeignete Material finden möchte, hilft nichts anderes, als selber auszutesten. Dabei gilt es aber auch zu beachten, dass das zu Testende Material mit unterschiedlichen Medien (bei Radierern z.bsp. das Papier oder die verwendete Stiftart) verschieden zusammen wirkt 🙂

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