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Katrin's Zeichenblog

Month – Februar 2015

Fabriano Disegno 4 Papier

Auf der Suche nach dem optimalen Papier für meine Polychromos Farbstifte bin ich durch einen Testbericht auf Farbensammler.de auf das Disegno 4 Papier von Fabriano gestoßen:

Das Papier hat eine sehr glatte Oberfläche und sieht mit seiner Prägung am unteren rechten Rand schon wirklich edel aus. Allerdings stört die Prägung (ca. 3cm x 2cm groß), wenn man die volle Fläche des Papiers nutzen möchte. Hier bin ich leicht mit einem HB Bleistift über die Prägung drüber gegangen:
disegno4_001Nun gut, dann nutze ich eben nicht die ganze Fläche, ich lasse sowieso gerne einen Rand, dann ist er eben auf diesem Papier größer. Also packe ich mir meine Stifte aus und versuche mich an einer Schneeglöckchenzeichnung. Beim Füllen des Hintergrundes merke ich, wie schwer es mir fällt, eine gleichmäßige Schraffur auf das Blatt zu bekommen. Ich fange mit einem hellen Grünton an und schraffiere mit kurzen Strichen ohne viel Druck – es sollen ja noch andere Farbschichten drüber kommen. Als nächstes nehme ich einen mittleren Kaltgrauton und versuche einige dunklere Akzente zu setzen, die ich mit einem dunklen Blauton vertiefen möchte. Dann gehe ich wie gewohnt mit einem hellen Kaltgrau feste über die Fabrschichten drüber, um diese zu verblenden. Gar nicht so einfach bei einem so glatten Papier – hier werde ich wohl eine andere Strategie benötigen – mit dem Ergebnis bin ich gar nicht zufrieden. Auch ein drüberwischen nutzt nichts und selbst mein Wundermittel Zest-it kann die Schichten nicht so verblenden, wie ich es gerne hätte:
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Trotz allem lassen sich die Farben schon wirklich gut mischen, wie der folgende Test zeigt: (mehr …)

Ein Rotkardinal ensteht (Teil 2)

Fortsetzung von http://blog.kadportraits.de/?p=87

Ich fange mit dem Flügel des Vogels an und zeichne mir einzelne kurze Federn ein, die ich gleichmäßig und mit nur wenig Druck violett schraffiere. Die Kanten betone ich etwas, indem ich mehr aufdrücke. Mit einem hellen, kalten grau gehe ich nochmals über die Fläche drüber und verblende die Farbe mit etwas mehr Druck. Mit meinem Kadmiumrot arbeite ich etwas nach, da mir der Flügel noch zu violett erscheint.
Weiter geht es mit den längeren Federn – hier kommt auch mehr Abwechslung der Farben ins Spiel, weil die unteren Federn gräulich sind. Es ist eine sehr feine Detailarbeit und ich brauche einen sehr spitzen Stift dafür. Mein Spitzer reicht da nicht mehr aus und so nehme ich mein Schmirgelbrettchen

und schleife eine feine Kante in die Mine des Stiftes. Damit lassen sich nun auch sehr dünne Linien ziehen.

Wie auch schon bei den kurzen Federn, schraffiere ich gleichmäßig mit nur wenig Druck. Die Kanten der Federn werden mit etwas mehr Druck betont.
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Ich gehe mehrmals mit den unterschiedlichen Rot- und Grautönen übder die Federn drüber, bis ich die richtige Mischung erhalte. Die gleiche Vorgehensweise trifft dann auf die Schwanzfedern zu – auch hier brauche ich die scharfe Kante meines Stiftes.
Nach den Schwanzfedern widme ich mich nun dem Bauch – hier benutze ich zum Schraffieren die Fleischfarbe Mittel – wieder gleichmäßig mit nur wenig Druck.

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Mit einem spitzen weißen Stift zeichne ich mit sehr viel Druck vereinzelte „Federfransen“ ein, der Druck muss groß genug sein, damit der Stift regelrechte Rillen zieht. Wenn ich jetzt nochmals mit meinem fleischfarbenen Stift mit etwas mehr Druck drüber gehe, bleiben die Rillen hell – so setzen sich einzelne Federspitzen gut ab. Mit einem violettfarbenen Stift zeichne ich die Schatten unter dem Flügel und am Bein ein, mit einem scharlachroten Stift zeichne ich nochmals einzelne „Federfransen“ ein.
Nun widme ich mich den Beinchen, die ich mit einem dunklen, warmen Grau schattiere. Um die Übergänge weicher zu gestalten, nehme ich den hellen Warmgrau und gehe mit Druck nochmals drüber. Einzelne Fältchen betone ich mit dem dunklen Grau.
Viel bleibt nun nicht mehr übrig – nur der Zweig. Hierfür benutze ich ein dunkles und ein helles Warmgrau, ein dunkles Braun und ein helles Braun. Mit dem dunklen Grau fange ich meine Schattierung an, mit dem hellen Braun gehe ich mit wenig Druck nochmals drüber und verblende mit dem hellen Grau. Einzelne Poren zeichne ich mit dem dunklen Braun ein.
Am Schluss schaue ich mir die Zeichnung nochmals genau an und gehe hier und da mit den verschiedenen Farben drüber um bspw. Kanten zu verstärken oder Übergänge zu glätten.
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Benutzte Materialien:

  • Fabriano Accadmeia Papier, 37cm x 25cm
  • Faber Castell Polychromos Farbstifte
  • Faber Castell Albrecht Dürer Aquarellfarbstifte
  • Zest-it
  • Wasser
  • Wattestäbchen
  • 2h Bleistift

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Zeichnen mit Raster

Vorurteile gegenüber der Verwendung eines Rasters gibt es einige. Oftmals hört man „Rastern ist wie Malen nach Zahlen“ oder „da kann man ja gleich abpausen“. Bevor man solche Sprüche klopft, sollte man es aber wenigstens selber ausprobiert haben, zum Schluss empfindet man es eben doch ganz anders 😉 So ein Raster bietet schon so einige Vorteile:

  • Proportionen können leichter und genauer übertragen werden
  • man kann sich besser auf die Details konzentrieren ohne den Überblick zu verlieren
  • man kann sich die Zeichnung sehr gut in kleine Abschnitte einteilen

Was braucht man alles für das Zeichnen mit Raster?

  • radierfestes Papier
  • einen schmierfreien Radierer
  • einen harten Bleistift (2H-HB)
  • am Anfang sehr viel Geduld

 

Ziel des Rasterns ist es, die Vorlage so genau wie möglich auf das Zeichenblatt zu übertragen.  Dazu brauche ich das Raster auf meiner Vorlage und auch auf meinem Zeichenblatt. Dabei muss man beachten, dass auf der Vorlage genausoviele Kästchen wie auf dem Zeichenblatt sind. Die Linien müssen genau abgemessen werden, da jede kleine Abweichnung sonst auch auf die Zeichnung übertragen wird.
Um den Überblick zu bewahren, ist es sehr hilfreich, die Zeilen und Spalten zu nummerieren.

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Als Berechnung für die Kästchengröße gilt: Seitenlänge durch Anzahl der Kästchen = Größe der Kästchen.
z.Bsp.
Ich möchte eine DIN A5 (14,8cm x 21cm) Vorlage auf ein DIN A4 (21cm x 29,7cm) Blatt übertragen. Auf meiner Vorlage habe ich die Kästchen 1cm x 1cm groß gezeichnet, auf dem Zeichenblatt müssen nun genauso viel Kästchen eingezeichnet werden. Für die Berechnung nehme ich die kurze Seite:
Länge der Seite meines Zeichenblatts (21cm), Anzahl der Kästchen auf der Vorlage (14,8).
Rechnung: 21cm / 14,8 = 1,4cm, also muss ich auf meinem Blatt die Linien im Abstand von 1,4 cm einzeichnen.

Nachdem das Raster auf beiden Blättern eingezeichnet ist, fange ich an, die Konturen zu übertragen. Hier orientiere ich mich an den Rasterlinien und schaue, wo eine Kontur eine Rasterlinie überschneidet oder berührt.
rastern_02 (mehr …)

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