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Katrin's Zeichenblog

Zeichnen mit Raster

Vorurteile gegenüber der Verwendung eines Rasters gibt es einige. Oftmals hört man „Rastern ist wie Malen nach Zahlen“ oder „da kann man ja gleich abpausen“. Bevor man solche Sprüche klopft, sollte man es aber wenigstens selber ausprobiert haben, zum Schluss empfindet man es eben doch ganz anders 😉 So ein Raster bietet schon so einige Vorteile:

  • Proportionen können leichter und genauer übertragen werden
  • man kann sich besser auf die Details konzentrieren ohne den Überblick zu verlieren
  • man kann sich die Zeichnung sehr gut in kleine Abschnitte einteilen

Was braucht man alles für das Zeichnen mit Raster?

  • radierfestes Papier
  • einen schmierfreien Radierer
  • einen harten Bleistift (2H-HB)
  • am Anfang sehr viel Geduld

 

Ziel des Rasterns ist es, die Vorlage so genau wie möglich auf das Zeichenblatt zu übertragen.  Dazu brauche ich das Raster auf meiner Vorlage und auch auf meinem Zeichenblatt. Dabei muss man beachten, dass auf der Vorlage genausoviele Kästchen wie auf dem Zeichenblatt sind. Die Linien müssen genau abgemessen werden, da jede kleine Abweichnung sonst auch auf die Zeichnung übertragen wird.
Um den Überblick zu bewahren, ist es sehr hilfreich, die Zeilen und Spalten zu nummerieren.

rastern_03rastern_01

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Berechnung für die Kästchengröße gilt: Seitenlänge durch Anzahl der Kästchen = Größe der Kästchen.
z.Bsp.
Ich möchte eine DIN A5 (14,8cm x 21cm) Vorlage auf ein DIN A4 (21cm x 29,7cm) Blatt übertragen. Auf meiner Vorlage habe ich die Kästchen 1cm x 1cm groß gezeichnet, auf dem Zeichenblatt müssen nun genauso viel Kästchen eingezeichnet werden. Für die Berechnung nehme ich die kurze Seite:
Länge der Seite meines Zeichenblatts (21cm), Anzahl der Kästchen auf der Vorlage (14,8).
Rechnung: 21cm / 14,8 = 1,4cm, also muss ich auf meinem Blatt die Linien im Abstand von 1,4 cm einzeichnen.

Nachdem das Raster auf beiden Blättern eingezeichnet ist, fange ich an, die Konturen zu übertragen. Hier orientiere ich mich an den Rasterlinien und schaue, wo eine Kontur eine Rasterlinie überschneidet oder berührt.
rastern_02Sind die Konturen einmal übertragen, empfiehlt es sich, die Vorskizze nochmal mit der Vorlage zu überprüfen – mir ist es auch schon vorgekommen, dass ich mich verzählt habe und somit die Proportionen nicht gestimmt haben. Wenn jedoch alles stimmig ist, kann man nun mit dem Schattieren beginnen. Dazu kann man Kästchen für Kästchen vorgehen (für detailverliebte und geduldige Menschen sicher eine gute Variante) oder man fängt an, die Rasterlinien zu radieren (an den dunklen Stellen kann man die Linien auch einfach übermalen) und schattiert dann frei nach der Vorlage. Bei der Miez habe ich mich für das freie Schattieren entschieden:
rastern_04 rastern_05 rastern_06Das fertige Bild:
miezHier ist eine WIP-Serie, bei der ich mich für die Kästchen für Kästchen Variante entschieden habe:
rastern_07 rastern_08rastern_09rastern_10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier hatte ich sogar noch einen Fehler in der Schnauze, die war mir ein Kästchen zu hoch gerutscht, das konnte ich dann aber gut korrigieren:
rastern_11 rastern_12

 

 

 

 

 

 

 

 

 

die fertige Zeichnung:
Wolf

 

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Updated: Juli 28, 2015 — 12:31
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